Die Evangelische Kirchengemeinde Berlin
– Mariendorf zeigt in
Zusammenarbeit mit der Otto Bartning – Arbeitsgemeinschaft
Kirchenbau e.V. (OBAK) vom 21. Januar 2008 bis zum 24. März
2008 in der Martin- Luther– Gedächtniskirche die
o. g. Ausstellung der Stiftung NEUE KULTUR, Dokumentationszentrum
Prora.
Die Eröffnung am Sonntag, den 20. Januar 2008 um 18.00 Uhr
wird als Nagelkreuzandacht gestaltet, anschließend spricht
Dr. Jürgen Rostock, Leiter des Dokumentationszentrums Prora.
Die Gestaltung des Innenraumes der 1935 eingeweihten Martin– Luther– Gedächtniskirche ist von der
Ideologie des Nationalsozialismus geprägt. Sie ist ein in
Deutschland einzigartiges bauliches Beispiel für die
Verbindung von evangelischer Kirche und Nationalsozialismus und daher
für eine aktive Auseinandersetzung mit dem
Nationalsozialismus prädestiniert.
Die Otto Bartning- Arbeitsgemeinschaft Kirchenbau möchte mit
der Ausstellung an diesem Ort die Bemühungen innerhalb der
evangelischen Kirche um den Erhalt und eine ihrer historischen
Bedeutung angemessenen Nutzung der denkmalgeschützten Martin– Luther- Gedächtniskirche unterstützen.
Die Wanderausstellung „Das Paradies der
Volksgemeinschaft“ ist im Rahmen eines von der
Europäischen Union geförderten Projektes der Stiftung
NEUE KULTUR, Dokumentationszentrum Prora, in Zusammenarbeit mit der
Akademie der Wissenschaften Prag und der Vereinigung der
Zwangsarbeiter und KZ–Häftlinge, Poznan,
entstanden. Sie wurde u. a. bereits im Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände in Nürnberg gezeigt und ist
jetzt erstmals in Berlin zu sehen.
Ausgehend von der nationalsozialistischen Ideologie der
„Volksgemeinschaft“ stellt die Ausstellung
diejenigen Institutionen vor, die Arbeitsleben und Freizeitgestaltung
im nationalsozialistischen Deutschland prägten, die
„Deutsche Arbeitsfront“ (DAF) und „Kraft
durch Freude“ (KdF). Sie stellt die Propaganda dieser
Organisationen der sozialen Realität im „Dritten
Reich“ gegenüber.
Der zweite Teil der Präsentation dokumentiert die Bau- und
Nutzungsgeschichte des
„KdF-Seebades-Rügen“ in Prora und
analysiert dessen Bedeutung im Kontext der Arbeits- und
Sozialgeschichte des nationalsozialistischen Deutschlands.
Die Ausstellung stellt die gesellschafts- und
sozialpolitischen Ziele des NS– Regimes und die
populistischen Maßnahmen zu seiner Stabilisierung vor. Sie zeigt, dass die angeblichen „sozialpolitischen
Wohltaten“ vor allem der Kriegsvorbereitung dienten, und will
damit einer Mythenbildung um den Nationalsozialismus ebenso
entgegenwirken wie den ideologischen Grundlagen neofaschistischer
Bewegungen.
Die Ausstellung ist freitags bis sonntags zwischen 11 und 18 Uhr und an
den anderen Wochentagen nach telefonischer Vereinbarung
geöffnet. Der Eintritt ist frei. Spezielle
Kirchenführungen werden außerdem an jedem 2.
Sonntag im Monat angeboten.
Im Rahmen der Ausstellung findet am Sonntag, dem 27. Januar 2008 um
18.00 Uhr anlässlich des Gedenktages für die Opfer
des Nationalsozialismus (27.1.1945 Befreiung des KZ–
Auschwitz) ein regionaler Gottesdienst in der Martin– Luther– Gedächtniskirche statt.
Wir laden Sie sehr herzlich zum Besuch der Ausstellung sowie der Gottesdienste ein.