Chronik der Martin-Luther-Gedächtniskirche

Teil 3 - Über die Gestaltung des Innenraumes
 

Der Innenraum

KMD Schwarz: "Wo heute mit Recht das Antlitz Luthers die linke Wand unserer Kirchenvorhalle schmückt, sah man die Maske Adolf Hitlers..." (Doch sollte die MLGK niemals "Adolf- Hitler- Kirche" heissen, wie gelegentlich behauptet wird) "Kaum merklich bildet die Beleuchtung der Vorhalle die Hauptkriegsauszeichnung, das Eiserne Kreuz, ab ......"

"Auch bei der hochkünstlerischen Schnitzarbeit am Außenmantel der Kanzel ist der Stahlhelm nicht zu übersehen..."

"Schamhaft stellen wir die Taufe mit der Figur des SA-Mannes immer zur Rückseite - hier nützt auch nicht der geradezu albern wirkende "Hirtenstab" der Gestalt der "Sturmabteilung" zur Verharmlosung..."

"Den "heldischen" Christus am Altarkreuz hatte man" (nach Kriegsende) "so belassen..."

"Der den ganzen Altarraum überspannende Triumphbogen bleibt trotz des thronenden Christus in der Scheitelhöhe mit seinen zum Teil hochkünstlerischen Darstellungen vordergründig ein Triumph des Menschlichen. Neben gutgemeinten Darstellungen der Symbole der Evangelisten, der "musica sacra", der Lutherrose und vielen anderen, befanden sich dort auch rein nazistische Darstellungen (Hakenkreuze und Zeichen der NS-Volkswohlfahrt), die..." - zum Teil (W.S.) - "... entfernt wurden".

Pfarrer Klein (l960): "Es war wohl damals nicht möglich, daß die wenigen Einsichtigen sich zur Wehr setzen konnten; die wenigen, die etwas darum wußten, daß auch die innere Gestaltung eines Gotteshauses nur unter dem einen einzigen Gesichtspunkt erfolgen kann: "Gebt unserem Gott die Ehre!""

KMD Schwarz (l985): "Die Glaubensbewegung der "Deutschen Christen" hat hier in Mariendorf versucht, in der Kirchengemeinde festen Fuß zu fassen; nur war es für sie schwierig... Die Mariendorfer waren zu konservativ und hingen kirchlich am Hergebrachten." Als dritten Pfarrer (für Südende) wählt die Kirchengemeinde Mariendorf jedenfalls keinen DC-Mann, sondern den späteren Superintendenten und Pfarrer am Heilsbronnen, Schaade."

Noch einmal Günter Hulwa: "Die Orgel ist, so darf man wohl sagen, das Schmuckstück der Kirche. 3300 Orgelpfeifen in allen Größen, 50 Register..."

"Durch einen breiten Mittelgang getrennt, füllen die Kirchenbänke, dunkelbraun gehalten, den gesamten Raum bis zum Altarraum..."

"Durch neun bleiverglaste Fenster strömt das Tageslicht in den Raum. Die Fenster zeigen in Bildern Stationen des Glaubensbekenntnisses (entworfen von Walter Göritz). Der Altar wird von den angebrachten Skulpturen der vier Evangelisten getragen. Er ist aus Edelholz hergestellt..."

KMD Schwarz: "Kaum erkenntlich sehen wir in Höhe der Apsis in Ton modellierte Köpfe bedeutender Männer unserer evangelischen Kirche: Luther und Melanchthon (Reformatoren), Bach und Händel ("musica sacra"), Martin Rinckart (Dichter von "Nun danket alle Gott"), Paul Gerhardt (Dichter vieler Gesangbuchlieder), Friedrich von Bodelschwingh und Johann Hinrich Wichern (innere Mission)..."

Günter Hulwa: "Die Kanzel...ist eine wundervolle Holzschnitzarbeit und steht rechts vorn im Altarraum..." (Vom Altar her gesehen natürlich links.) "Auf einem Sockel stehen fünf ca. zwei Meter hohe Säulen, welche die eigentliche Kanzel tragen. Ein Holzrelief stellt ... die Bergpredigt dar". Zwei damalige Kirchenälteste, Rektor Janetzke und Baumeister Noak, sind dort zu erkennen.

KMD Schwarz: "Eines der kostbarsten Stücke in unserer Kirche ist der vom ältesten Intarsienmaler Berlins angefertigte Ständer für die Osterkerze - er ist das Resultat einer einjährigen Filigranarbeit".

 

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