Unser Projekt : Cinema für Jenin

Vielleicht erinnern Sie sich noch: Während unseres 2. Versöhnungstages in Mariendorf im November 2009 hatten wir den Regisseur und Dokumentarfilmer Markus Vetter zu Gast und in seinem Beisein den preisgekrönten Film „Das Herz von Jenin“ gesehen und mit ihm über die Problematik des Kinos in Jenin gesprochen. Seitdem ist dies unser Nagelkreuzprojekt, dass wir – soweit es möglich ist – finanziell unterstützen, aber insbesondere immer wieder darüber informieren. Entweder im Gemeindebrief oder, wie beim 3. Versöhnungstag, durch Frau Dagmar Quentin.

Das Cinema Jenin wurde im August 2010 unter großer weltweiter Beachtung nach 20 Jahren trotz großer Schwierigkeiten wiedereröffnet. Die Idee, dieses jahrelang geschlossene Kino wieder zu eröffnen, war eine  von Markus Vetter und Ismael Khatib, dem Vater des erschossenen Sohnes, die Grundalge des Filmes „Herz von Jenin“.
Cinema Jenin – es geht weiter

Es entsteht hier aber nicht nur ein Kino, sondern auch ein Kulturzentrum. Die Eröffnung des Kinos war wie ei Wunder.
Die Leinwand wurde erst im allerletzten Moment angebracht, und der Vorhang stellte seine Dienste schon nach der ersten Vorstellung ein. Der Transport gespendeter Vorführmaschinen und anderer technischer Anlagen gestaltete sich äußert schwierig, nur durch diplomatische Aktivitäten des Auswärtigen Amtes und des Goethe Instituts konnten die Container an ihr Ziel gelangen.

Markus Vetter hat die Idee dieses Kino zu schaffen, nie mehr losgelassen, und so ist er unermüdlich unterwegs, sammelt Geld und überzeugt vor allem junge Menschen, dort in Jenin ehrenamtlich beim Aufbau mitzuwirken, und er findet begeisterte Teilnehmer.  Und er erinnert immer wieder an die Problematik in dieser Gegend. Am 15.2.2011 war er wieder einmal in Berlin und gab eine Pressekonferenz, bei der er nicht nur über die Eröffnung und die Problematik des Cinema Jenin sprach, sondern auch seine beiden neuen Filme vorstellte, die im Laufe dieses Jahres aufgeführt werden sollen. Vetter wirbt weiter um Aufmerksamkeit, Vetter tut längst mehr als von einem Filmemacher erwartet wird. Plötzlich geht es um mehr als um Filme, es geht um Marketing, Fundraising, Ausbildung und Austausch. Mit großem Mut und viel Begeisterung realisiert er dieses Projekt.

Viel wurde über den Wiederaufbau dieses Kinos berichtet, über den Wunsch, die Kinder von der Straße zu holen und die Chance, den Palästinensern ihre Würde wiederzugeben.

Über die vielen Helfer, darunter Hunderte Volontäre, von de-nen „niemand gezwungen wird sondern sich alle selbst zwingen“ Über die vielen Unterstützer, vom Auswärtigen Amt bis zu vielen Sponsoren. Die Palästinenser sind nur Empfänger, sie können kein Geld geben. Es ist harte Arbeit, die Vetter und seine Crew leisten. Kurze Zeit nach der Eröffnung des Kinos kam es zu einer schwierigen Finanzlage. Anfangs kamen 480 Zuschauer täglich – die Kinokarte kosten 1 Euro, bald waren es nur noch 25 Zuschauer. Beeindruckend an diesem Projekt bleibt, wie scheinbar normale Palästinenser und Israelis ihre Barrieren überwinden und zusammenfinden, auch wenn es noch nicht möglich ist, selbst kritische israelische Filme hier zu zeigen.

Das Ziel dieses Projektes ist es, den Konflikt zwischen Israel und Palästina zu lösen über das Miteiander der  Menschen. Herzliche, traurige, fröhliche Menschen, die sich im Kino abarbeiten und Freude an der Normalisierung haben. Die alle ihr Schicksal tragen müssen: Wie eben der Palästinenser Ismael Khatib, der seinen Sohn verlor. Oder aber auch die Israelin Yael Chernobroda, deren Mann bei einem Selbstmordattentat ums Leben kam, und die nun nach Jenin reist, um die Familie des Mörders kennen zu lernen. (alle waren bei der Pressekonferenz anwesend).

Und dann teile Markus Vetter mit: Yaels Porträt „Nach der  Stille“  soll im Sommer  - möglichst bundesweit – in den Kinos anlaufen. Nur wenig später, im Herbst, ist der Dokumentarfilm „Cinema Jenin“ geplant, der die Aufbauarbeiten begleitet und – möglichst weltweit übertragen – bei der Uraufführung von den Dresdner Sinfonikern live begleitet wird.

Wir haben es selbst empfunden: Filme können berühren, aber Filme können vor Ort nicht gleich etwas verändern. So gehen die Pläne weit über das Kino hinaus. Es soll Kulturprogramme geben, Arbeitsplätze und internationale Begegnungen. Es geht um nicht mehr und nicht weniger als um Identität und um den Anschluss an die Welt – und vielleicht führt gerade dass dann auch zum Verständnis zwischen Israelis und Palästinensern.

Das Cinema Jenin zeigt arabische und ägyptische Produktionen, Komödien und Dokumentarfilme. Die Zuschauer sollen allmählich an neue Themen herangeführt werden. Aber es braucht seine Zeit, die Kultur zu beleben. Jenin hat sich in diesem Sinne für „intellektuelle Intifada“ entschieden. Denn in Jenin kämpfen sie – jetzt am liebsten um die Kunst und ihr Kino.

Ich bewundere Markus Vetter und seine Mitstreiter, die Unbeirrtheit und den Mut, mit dem er dieses Projekt angeht und immer wieder – gerade auch junge Leute – für dieses Projekt gewinnt. So hat er zwei junge Frauen der Universität Tübingen gewonnen, die Regie für den Film  „Nach der Stille“ zu führen. Und vielleicht gelingt es über das Kino, über die Kultur, verschiedene Menschen zu versöhnen, zu vergeben – so wie wir als Nagelkreuzzentrum dafür immer wieder einstehen und werben. Nur dann, wenn die Menschen dort aufeinander zugehen, miteinander reden, sich verzeihen, besteht  die Chance eines Friedens.

Ich, nein wir von unserem Nagelkreuzteam, bitten Sie ganz herzlich, dieses Projekt mit uns weiterhin zu unterstützen.
Markus Vetter und sein Team haben des verdient, unterstützt zu werden – aber insbesondere den Menschen in und um Jenin muss geholfen werden. Deshalb bitten wir Sie ganz herzlich um Ihre finanzielle Unterstützung.

Und natürlich werde ich Sie informieren, sobald die genannten Filme erscheinen und aufgeführt werden.

Herzlichst und vielen Dank
Ihr Klaus Wirbel


Informationen auch unter: http://www.cinemajenin.org
Gerne nehmen wir für dieses Projekt Ihre Spende entgegen,
entweder für eine „Stuhlpatenschaft“, oder für generelle Unterstützung dieses Projektes.

Spendenkonto: Kirchliches Verwaltungsamt Nord Süd
Ev. Darlehnsgenossenschaft
Konto Nr. 666 05
BLZ 210 602 37

Verwendungszweck: Kirchengemeinde Mariendorf
Stichwort: Nagelkreuz / Jenin

Herzlichsten Dank für Ihre Unterstützung.



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